Die Entwicklungen in 2012


Simon Kissel bezog in den letzten Jahren, in denen jeder Cent gebraucht wurde und auch GERES durch die immer wieder erforderlichen Kapitalmaßnahmen stark belastet war, nicht nur die vertraglich vereinbarte Vergütung, sondern genehmigte sich (ohne Gesellschafterbeschluss) diverse Erhöhungen und trotz rechtskräftiger Kündigung seiner Geschäftsführung unter anderem Bodyguards auf Kosten der vormaligen Viprinet GmbH. Paradoxerweise stemmte er sich dann aber gegen alle Versuche, das Unternehmen durch eine Kapitalerhöhung erneut zu retten. Obwohl GERES dies mehrfach angeboten hatte, lehnten Simon Kissel und Felix B. eine Kapitalerhöhung unter Anführung immer neuer fadenscheiniger Gründe kategorisch ab. In diesem Zusammenhang ging Simon Kissel so weit, dem gerichtlich bestellten Prozesspfleger – nur weil dieser seinen Auftrag ausführte – eine Interessenkollision anzudichten und in ein standesrechtliches Verfahren zu verwickeln. Auch wenn dieses Verfahren letztlich als klares Ergebnis hervorbrachte, dass der Prozesspfleger vollkommen rechtstreu und fehlerfrei gehandelt hatte, zeigt sich hier abermals die respektlose und nur auf seinen Vorteil bedachte Haltung von Simon Kissel gegenüber Dritten.

Nachdem sämtliche von GERES in Aussicht gestellten Rettungsvorschläge abgelehnt worden waren, hatte am 4. Juli 2012 die Gläubigerversammlung über das weitere Schicksal der Vermögensgegenstände der zwischenzeitlich insolvent gewordenen vormaligen Viprinet GmbH zu beschließen. Auf Empfehlung des Insolvenzverwalters wurde der vollständige Geschäftsbetrieb der vormaligen Viprinet GmbH an den höchstbietenden Interessenten veräußert. Den Zuschlag erhielt das Gebot der damaligen VNet Europe GmbH i.Gr. (nunmehr: Viprinet Europe GmbH), hinter der Simon Kissel und Drittinvestoren steckten. Nach Auskunft des Insolvenzverwalters hatte aus dem Kreis der nationalen und internationalen Interessenten letztlich nur noch GERES ein kapitalhinterlegtes Angebot für die Übernahme des gesamten Geschäftsbetriebs und auch aller Mitarbeiter abgegeben. Damit entpuppt sich zugleich aber auch die Behauptung von Simon Kissel als falsch, „GERES habe eine Betriebsfortführung gar nicht mehr geplant und nur ein Angebot für die IP-Rechte der Viprinet GmbH vorgelegt.“.

Wir können nicht für die weiteren Interessenten sprechen. GERES hat jedoch allein deshalb kein höheres Kaufangebot legen können, da die Übertragung der zur Fortsetzung des Geschäftsbetriebs der vormaligen Viprinet GmbH verfügbaren und erforderlichen Vermögenswerte nicht genügend gesichert waren. Wir wollten schlichtweg nicht zu viel Geld für den Kauf der „Katze im Sack“ ausgeben, da von Anfang an klar war, dass später enorme Folgeinvestitionen nötig sein würden. Im sogenannten Datenraum, wie auch in der Aufstellung über die Vermögenswerte für den Kauf fehlten wesentliche Gegenstände und Informationen. Eine Fortsetzung des Betriebs und Bewertung der Vermögenswerte war somit allein Simon Kissel möglich. Das vom Insolvenzverwalter beauftragte Sachverständigengutachten zum Quellcode ließ Lücken und Mängel an der Software erkennen. Mehrfache Nachforderungen wurden ignoriert. Auch der Insolvenzverwalter bestätigte, dass er von der Unredlichkeit des Simon Kissel ausgehe. Er hatte jedoch mit seinen Bemühungen um eine für alle Bieter gleichwertige Ausgangslage offenbar keinen Erfolg.

Wie auch das Insolvenzgericht einleitend ausführte, hatten die Gläubiger in der Versammlung am 4. Juli 2012 nicht über das treuwidrige Verhalten des Simon Kissel als ehemaliger Geschäftsführer der vormaligen Viprinet GmbH zu entscheiden. Sie haben indes aber auch nicht seine Treuwidrigkeiten als Geschäftsführer legitimiert. Die Entscheidung für das höchste Gebot war eine Entscheidung, die Chance auf höhere Rückflüsse an die Gläubiger zu sichern. Für GERES wie auch weitere im Verfahren Beteiligte stellte sich hingegen eine Übernahme des Geschäftsbetriebes zu einem vergleichbaren Preis, wie von Simon Kissels VNet Europe GmbH geboten, als betriebswirtschaftlich nicht zu rechtfertigen dar. Alle anderen Bieter mussten damit rechnen, dass ein hoher finanzieller und personeller Aufwand erforderlich werden würde, um bekannte und neue Lücken zu schließen.